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Benachrichtigungstext

Wohnen in einem betreuten Wohnprojekt oder einer Wohngemeinschaft ist häufig die erste mögliche Wohnform außerhalb des Krankenhauses oder Familienverbandes und mögliches Sprungbrett zur eigenen Wohnung. Betreutes Wohnen fördert die Selbstständigkeit, schafft verbesserten Realitätsbezug, wirkt Isolation und Rückzugstendenzen entgegen und verbessert letztendlich auch die Lebensqualität.

Voraussetzungen für diese Rehabilitationsleistung und deren Finanzierung


Wohnprojekte für chronisch psychisch Kranke / Beeinträchtigte:
Wohnprojekt Gleinser, Wohnprojekt Hohe Munde
Das primäre Ziel der Betreuung im Wohnprojekt besteht in der Vermeidung sozialer Isolation chronisch psychisch Kranker. Es richtet sich an Menschen, für die es aufgrund ihrer Beeinträchtigung oder äußerer Umstände (keine Familie) nicht möglich ist, alleine zu wohnen. Es bietet ausreichend Intimität und eigenen Lebensraum mit der Möglichkeit je nach Bedürfnis und Wunsch der Klienten auch gezielte soziotherapeutische Maßnahmen anzunehmen. Die Aufenthaltsdauer ist aus Gründen der Klientenorientierung nicht begrenzt. Dies kann bedeuten, dass die Aufenthaltsdauern der Bewohner zwischen wenigen Monaten und vielen Jahren (im Sinne eines Dauerwohnplatzes) liegen. Für Menschen, die aufgrund ihrer persönlichen Ressourcen nicht in der Lage sind, Rehabilitationsschritte zum selbständigen Wohnen zu gehen, kann und soll diese Wohnform ein Zuhause werden, in dem sie ihre Beziehungen und Rituale entwickeln und leben. Eine zeitliche Begrenzung mit dem Hintergrund eines offensiven Rehabilitationsgedankens würde für diese Menschen mit dauerhaften schweren sozialen und psychischen Beeinträchtigungen die Zerstörung mühsam aufgebauter stabilisierender Beziehungen ohne sinnvolle weitere Perspektive bedeuten.

Wohngemeinschaften: Koordination: PSP Innsbruck
Auch hier ist die Aufenthaltsdauer nicht begrenzt. Dies hat den Vorteil, dass einerseits zu Beginn der Wohnbetreuung kein unkonstruktiver Stress erzeugt wird, andererseits kann dadurch eine höhere Verbindlichkeit im Hier und Jetzt der Betreuungssituation erzielt werden, da die Einrichtung nicht von vornherein als Durchgangsstation betrachtet werden kann. Ziele und Angebote der WGs sind denen der Wohnprojekte sehr ähnlich, die WGs sind aber teilzeitbetreut und erfordern daher mehr Selbstständigkeit von den Bewohnern. Eine Wohngemeinschaft ist geschlechtsspezifisch für Frauen eingerichtet.

Wohngemeinschaft für alkoholkranke Männer: Koordination: PSP Innsbruck
Die Aufnahmedauer in WGs ist für alkoholkranke Männer sinnvollerweise begrenzt, da sich die Klienten zum Zeitpunkt der Aufnahme in die WG bereits in einem großteils stabilisierten Zustand befinden und daher auch in der Lage sind, selbstständig handelnd die nähere Zukunft zu gestalten. Die Wohnform ist in erster Linie als Sicherheitsrahmen für Klienten gedacht, welche einen abstinenten unmittelbaren Lebensraum zur Sicherung ihrer eigenen Abstinenz benötigen.